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  Kolumne
 

Kolumne

Hier werde ich meine eigenen Gedanken zur Crossszene niederschreiben

Die ankommende Krise


Volles Haus beim Cyclocross gab es dieses Jahr kaum noch

Es ist ein sehr schwieriges Thema welches ich in der folgenden Kolumne angehen werden. Es ist klingt wahrscheinlich ein bisschen überraschend, aber der belgische Cyclocross rennt einer echten Krise entgegen. Nicht sportlich, dort wird man wahrscheinlich noch in 100 Jahren die absolute Topnation sein. Das Problem liegt mehr im gesamten drum herum. Der Cyclocross-Sport hat in den letzten Jahren eine Entwicklung durch gemacht, die vielen nicht gefällt. Es wurde von Jahr zu Jahr immer professioneller. Früher waren die Strecken nur mit Seilen abgesichert, davor ein paar Plastik-Werbebanner. Heute ist die komplette Strecke eingegittert, dazu meterhohe LED-Werbescreens die dem Zuschauer die Sicht nehmen. Für die internationalen Zuschauer vor den Internetstreams scheint dies alles top zu sein, klar die Internationalisierung schreitet immer weiter voran. Aber viele belgische Zuschauer wollen dies gar nicht, sie interessieren sich im Grunde genommen gar nicht dafür. Sie wollen nur ihre Volkshelden sehen und dabei genüsslich ein Bier trinken. Früher war Cyclocross ein Sport des Volkes und wenn es so weiter geht ist man diesen Status in nicht allzu ferner Zukunft los. Dazu kommt, dass der Eintritt durch die ganze Professionalisierung von Jahr zu Jahr immer wieder teurer wurde. Mittlerweile bezahlt man für ein Rennen 12€, bei einem Weltcuprennen sind es gar 15 € Eintrittsgeld.
Es hat sich also einiges schon angesammelt und die ersten Konsequenzen sind bereits deutlich spürbar. Immer weniger Publikum kommt zu den Rennen, in dieser Saison ist das ganz extrem spürbar. Da wo noch vor zwei Jahren volles Haus war und man kaum noch einen freien Platz finden konnte, war es zwar immer noch gut besucht aber man merkt schnell das viele Zuschauer zu Hause bleiben. Bei jedem Rennen bemerkt man einen Zuschauer-Rücklauf. Bestes Beispiel das Superprestige-Rennen in Spa am vergangenen Wochenende, letztes Jahr die Premieren-Ausgabe mit einer unglaublichen Zuschauermasse. Dieses Jahr waren es mindestens 30%, wenn nicht noch mehr, weniger. Jetzt mögen einige sagen das es am Wetter lag. Ja es hat den ganzen Tag leicht geregnet in der Wallonie, aber in der Vergangenheit hat das auch niemanden abgeschreckt an die Strecke zu kommen. Ich weiß nicht mehr genau in welchem Jahr es war, aber es gab mal eine epische Regenschlacht am Koppenberg mit einem sensationellen Dreikampf zwischen Sven Nys, Lars Boom und Niels Albert. Damals war das Wetter um einiges schlechter als am Wochenende, aber die Strecke war komplett gefüllt mit Zuschauern die ein episches Rennen sahen und das trotz Kälte und Dauerregen.
Ein weiterer Minuspunkt der nicht gerade einen Sport des Volkes widerspiegelt, ist die neue Vergabe der TV-Rechte Anfang der Saison. Mittlerweile sind nur noch Bpost Bank Trofee und eine handvoll ausgewählte Rennen im belgischen Free-TV zu sehen. Die meisten Rennen der Superprestige sowie des Weltcups gibt es nur noch über PayTV, gegen einen monatlichen Preis von 20€. Menschen die ihren TV-Anschluss nicht bei Telenet haben, zahlen sogar noch mehr. Diese Situation ist ähnlich wie die in Deutschland mit Sky. Bei PlaySports, wie der Pay TV Anbieter in Belgien heißt, gibt es im Sport Paket unter anderem noch nationalen und internationalen Fußball, Formel1 und eben Cyclocross. Querfeldein mag zwar immer noch der Nummer eins Wintersport in unserem Nachbarland sein, aber auch mit solchen Aktionen die TV-Rechte ins Pay TV zu vergeben ist nicht gerade geschickt gewesen.


Was kommt nach der Ära Nys?

Die Krise hat gerade erst begonnen, aber was passiert wenn Sven Nys am Ende der Saison seine aktive Laufbahn beendet. Nys selber ist wahrscheinlich nicht mal ganz unschuldig was die Professionalisierung des CX-Sports angeht. Er hat es ja im Prinzip erst möglich gemacht. Vor der Ära Nys wusste man auch nicht wo es mit dem belgischen Cyclocross hingehen sollte. Fakt ist aber das Sven Nys immer noch die meisten Gelegenheitszuschauer an die Strecke zieht. Jedem Belgier sagt der Name Sven Nys etwas und eine große Anzahl an Zuschauern kommen eben nur um Nys einmal zu sehen. Wenn der Altmeister aber mal nicht bei einem Rennen startete waren prompt weniger Zuschauer an der Strecke. Ganz extrem zu bemerken war das vor kurzem in Overijse als der Renntag maximal besser besucht war als ein B-Cross. Was passiert also wenn Nys nächste Saison nicht mehr mit dabei ist? Wout van Aert ist bei weitem noch nicht so populär wie Sven Nys und kann die Gelegenheitszuschauer sicherlich nicht anlocken. In der Vergangenheit konnten dies maximal Bart Wellens und Niels Albert, zwar nicht in dem Maße wie ein Sven Nys aber eine gewisse Popularität hatten die beiden auch. Aber auch Wellens und Albert sind mittlerweile ja nicht mehr aktiv. Wie will man Wout van Aert als nächstes großes Aushängeschild aufbauen wenn die meisten Rennen nur noch gegen eine Gebühr im Fernseh zu sehen sind? Dazu kommen weitere Kleinigkeiten. Van Aert war genau wie Nys in Overijse nicht am Start. In der anschließenden Radioreportage in den Nachrichten hieß es nur: „Mathieu van der Poel hat in Overijse gewonnen, Sven Nys war nicht am Start!“ Von Wout van Aert war keine Rede, man muss halt langsam damit Beginnen den Leuten die den CX Cross nur sporadischen Verfolgen und nur auf Sven Nys fixiert sind, neue Name zu geben. Aber das fehlt momentan noch total, es bleibt abzuwarten wie sich der Trend ab nächster Saison entwickelt wenn Sven Nys nicht mehr dabei ist.Vieles läuft zur Zeit nicht wirklich rund und man muss sich sicherlich Gedanken machen wie man den Abwärtstrend stoppen kann. Meiner Meinung sollte man sich wieder mehr auf die Aussage konzentrieren: „Cyclocross ein Sport des Volkes!“ Von dieser entfernt man sich nämlich immer mehr und das ist sicherlich nicht Sinn und Zweck der Sache.
Ein Renntag ist von der Krise sicherlich auszunehmen. Die Weltmeisterschaft, zu viel Tradition und seit Jahren ein belgischer Feiertag. Auch wenn man hier dieses Jahr einen unfassbaren hohen Eintrittspreis von fast 50 € bezahlen muss, wird Ende Januar Zolder aus allen Nähten platzen. Gleiches wird für die belgische Meisterschaft in Lille gelten. Die beiden Renntage haben einfach in Belgien eine gewisse Tradition. Sind aber wahrscheinlich auch die einzigen Rennen die Zuschauer wegen eben dieser Tradition anlocken können. In Abstrichen sind hier vielleicht noch der Koppenbergcross und Zonhoven mit der berühmten Sandkuhle zu nennen. Aber wie lange das noch gut geht? Der Rundkurs in Spa ist einer der spektakulärsten der ganzen Saison und hat eine gute Location mit der Formel1 Strecke, trotzdem blieben die meisten Zuschauer zu Hause. Und auch die Sandkuhle in Zonhoven war dieses Jahr deutlich weniger besucht als in den Jahren zuvor. Man sollte langsam die Reißleine ziehen und diesem Trend ein Ende setzen. Zurück zu Tradition. Cyclocross ist ein Volkssport und das sollte er auch bleiben!


Die Sache mit dem Kopf


Hat Niels Albert eine mentale Schwäche?

Niels Albert hat am vergangenen Sonntag in Hoogerheide seinen zweiten Gesamtsieg im Weltcup in trockene Tücher gebracht. Dabei sah es teilweise so aus als ob er den Sieg noch in letzter Sekunde an Kevin Pauwels verlieren. Wie ihr sicherlich aber alle mitbekommen habt, erlitt Pauwels kurz vor Eingang der letzten Runde in aussichtsreicher Position liegend einen Defekt und somit war der Weg für Albert doch frei um sich mit dem fünften Platz den Gesamtsieg zu sichern.
Schon mehrfach wurde der noch amitierende Weltmeister in dieser Saison nervös und verspielte sicher geglaubte Siege, dies lag aber nicht an Kevin Pauwels sondern an Sven Nys. Dieser ist ja bekanntlich 10 Jahre älter als Albert, eine Sache auf die er gerne in TV Interviews aufmerksam gemacht wird. In dieser Saison mehr als zuvor. Den vor allem im November dominierte Nys nach belieben und verwies Albert fast schon traditionsgemäß auf den zweiten Platz. Gleich zu Beginn der Saison verlor Albert gleich drei mal im Sprint gegen Nys, in Neerpelt, Kalmthout und beim Superprestigeauftakt in Ruddervoorde. In Ronse und Plzen konnte der Kapitän des BKCP Powerplus zwei Siege einfahren, bei beiden Rennen konnte Nys aber aus verschiedenen Gründen nicht in die Entscheidung eingreifen.
Der wirkliche Ausschlagpunkt der Albert dann einen heftigen mentalen Knick versetzt hat war für mich der Koppenbergcross am ersten Novemeber. Hier sah man förmlich wie Nys das ganze Rennen über mit seinem Erzrivalen spielte und diesen in der letzten Runde locker und leicht abhängte. Dieser Renntag muss Albert noch lange im Hinterkopf geblieben sein. Denn in den darauffolgenden Wochen konnte er Nys nicht mehr besiegen.


Das direkte Duell gegen Sven Nys hat Niels Albert in dieser Saison noch nie gewonnen

Aber die Art auf die Albert gegen Nys verlor stimmte manchmal schon nachdenklich. Hier sind an erster Stelle die Weltcuprennen in Koksijde und Roubaix zu nennen. Nys war hier jeweils zur Hälfte des Rennens quasi schon chancenlos mit einem großen Abstand noch vorne, dann bekam er aber jeweils die zweite Luft und kam Runde für Runde näher an die Spitze heran. Albert fuhr bis zum diesem Zeitpunkt ein perfektes Rennen, als er aber bemerkte das Nys von hinten immer näher kam blockierte bei ihm plötzlich alles und die Luft war raus. Nys schloss auf und gewann in Koksijde als auch in Roubaix. 
Schaut man sich die Ergebnisse aus dieser Saison fällt auf das Niels Albert im direkten Duell gegen Sven Nys noch nie gewonnen hat.
Seine beiden besten Saisonrennen fuhr Albert in Loenhout und Diegem. Beim Azencross lieferte er sich ein Duell mit Zdenek Stybar. Der Tsche konnte sich zwei Runden vor Schluss vom Weltmeister absetzten, diesmal lies dieser sich aber neben nicht nervös machen und holte Stybar in der letzten Runde wieder ein und gewann am Ende auch, zwei Tage zuvor hatte er in Zolder noch gegen Sven Nys den kürzeren gezogen. Nys stürzte in Loenhout hier mehrfach und war weit zurück und somit keine Gefahr für Albert. Auch in Diegem spielte Nys auf Grund Erkrankung keine Rolle. Hier siegte Albert souverän als Solist nachdem er sich zur Hälfte des Rennens alleine an die Spitze setzte und nicht wieder eingeholt wurde.
Aber warum hat Niels Albert diese mentale Schwäche? Liegt er nur an Sven Nys, der eben 10 Jahre älter ist und ihn immer noch locker besiegt. Das ist mit Sicherheit der größte Grund, sicherlich lässt sich Albert auch von den belgischen Journalisten nervös machen die ihn in zahlreichen Interviews, wie oben schon erwähnt, immer wieder auf dieses Thema ansprechen. Aber wie man jetzt in Hoogerheide gesehen hat, liegt es nicht nur an Nys sondern auch wenn es um große Siege geht. Vielleicht kann Albert auch einfach nicht so gut mit dem großen Druck umgehen, der natürlich auf ihm liegt. Seine Sponsoren erwarten natürlich auch große Siege. Es läuft da jedenfalls irgendwas flasch, aber genau so wie man seine Kondition trainieren kann, ist es auch möglich seinen Kopf durch mentales Training zu stärken. Vielleicht sollte er mal darüber nachdenken?


 Ausländer gesucht


Auf Lars van der Haar ruhen viele Hoffnungen

Seit 2001 haben die Belgier die Weltmeisterschaften dominiert nur drei mal konnte sich in den letzten Jahren ein Ausländer in die Siegerliste eintragen. 2008 holte sich der Niederländer Lars Boom das begehrte Regenbogentrikot, 2010 sowie 2011 siegte jeweils Zdenek Stybar. Die beiden waren auch die einzigen die während der gesamten Wintersaison der belgischen Phalanx regelmäßig Parolie bieten konnte. Zdenek Stybar ist sogar der einzige Nicht-Belgier der in den letzten zehn Jahren die Gesamtwertung in einer großen Rennserie gewinnen konnte. Er trug sich in die Siegerliste der Superprestige und des Weltcups (hier gewann neben ihm auch noch Richard Groenendaal in den letzten 10 Jahren die Gesamtwertung) ein. Mittlerweile haben sich sowohl Boom als auch Stybar dem Straßenradsport gewidmet und sind beide nur noch als Teilzeitcrosser aktiv. Vor allem Stybar der am Ende der letzten Saison seine Laufbahn als Vollzeitcrosser beendet hat, hinterlässt eine große Lücke im Crosssport die es schnell zu schließen gilt.
Viele Hoffnungen ruhen derzeit auf Lars van der Haar, der Niederländer hat in den letzten zwei Jahren die U23 Konkurrenz dominiert und verzichtet nun auf sein letztes Jahr in dieser Altersklasse um schon mit der Eliteklasse zu starten. Sicherlich der richtige Schritt um langfristig sich zu etablieren. Van der Haar ist laut eigener Aussage komplett auf Cyclocross fokusiert und hat keine Wechselabschichten auf die Straße oder zum Mountainbike. Nach den ersten zwei Monaten sehen seine Resultate bereits erschreckend gut aus. Er fuhr bei vielen Rennen bereits um den Sieg mit und holte schon mehrere Podiumsplätze unter anderem den zweiten Platz beim Weltcuprennen in Tabor. Das er noch kein Rennen gewonnen hat ist vielleicht gar nicht das schlechteste, meiner Meinung nach sollte er vor allen Dinge diese Saison und vielleicht auch noch die nächste dazu nutzen sich langsam an die neuen Begebenheiten in der Elite-Klasse zu gewöhnen. Sicherlich ist es schlau das er diese Saison noch nicht alle Rennen fährt, die Rennen der Bpost Bank Trofee lässt er zum Großteil aus, so hat er in seinen jungen Jahren noch nicht so einen straffen Kalender wie ein Sven Nys oder Niels Albert. Lars van der Haar ist sicherlich auf dem besten Weg in die Weltspitze und es würde dem Crosssport mehr als gut tun wenn diese nicht nur von Belgiern besiedelt wäre.

Julien Taramarcaz ist zurück im Gelände

Aber gibt es neben van der Haar auch noch andere Ausländer die den Sprung nach vorne schaffen können? Schaut man sich die letzten Ergebnisse an fällt einem der Name Julien Taramarcaz auf. Der Schweizer hat einen komplett anderen Weg eingeschlagen als viele andere. In Juniorenzeiten wurde er unter anderem Europameister und holte sich 2005 in Sankt Wendel die Silbermedallie bei den Weltmeisterschaften. Auch zu U23 Zeiten war der heute 25 jährige noch mehr und weniger erfolgreich und gewann 2007 das Weltcuprennen in Koksijde. Dann wurde es einige Jahre im Querfeldeinsport ruhig um den Schweizer aber seit letzter Saison ist er wieder im Gelände zu finden. Nachdem er zu Beginn bei der nationalen Meisterschaft erfolgreich war scheint er jetzt wieder richtig durchstarten zu wollen. Nach starken Leistungen am Koppenberg und in Zonhoven hat er jedenfalls gezeigt das er immer noch Potenzial hat. Das Problem bei Taramarcaz dürfte eher die Entfernung sein, er wohnt in der Schweiz und nimmt jedes Wochenende eine weitere Anreise zu den Rennen in Belgien in Kauf. Die Niederländer haben dieses Problem nicht und auch Zdenek Stybar hatte auf Grund seinens Wohnsitzes in Belgien nicht wirkliche Anreisestrapazen, von der finanziellen Seite wollen wir hier erst gar nicht reden.
Ein ganz spezielles Thema sind die Franzosen. Mit Francis Mourey gibt es einen Fahrer der immer wieder während Weltcuprennen für eine Überraschung gut ist, die großen Serien wie Superprestige und Bpost Bank Trofee am zu meist meidet und dafür lieber bei kleinen Rennen, wo keine große Konkurrenz ist, Siege zu feiern. Bei solch einer Einstellung bringt es natürlich gar nichts und desshalb wird Mourey auch wahrscheinlich nie einer sein der regelmäßig in der Weltspitze wird. Sein Teamkollege Steve Chainel war ebenfalls mal eine Hoffnung, ist aber in diesem Jahr erst zwei kleine Rennen gefahren, ich habe mal am Rande was gehört das er Streit mit dem FDJ Team hat weil der nicht zur Tour de France nominiert wurde, aber bin aktuell auch nicht darüber informiert warum er nicht regelmäßig im Gelände derzeit aufkreuzt. Einen Fahrer der sich gegen das franzöische System stellt scheint Aurelien Duval zu sein. Spätestens nach seinem vierten Platz am Koppenberg dürften viele ihn auf der Rechnung haben. Er fährt regelmäßig in Belgien, allerdings stand er nicht bei den beiden Weltcuprennen in Tschechien mit am Start. Es kann sein, das ist aber reine Spekulation, das der franzöische Verband Duval nicht starten lies da er eben bei den Rennen in Belgien fuhr und nicht in Frankreich bei der nationalen Serie, dort liegen nämlich wohl die Nominierungskriterien der Franzosen. Duval sollte dem aber trotzen und weiter seiner Linie treu bleiben und die Rennen in Belgien bestreiten, den jeder weiß das man sich hier mit den besten Crosser der Welt misst und nur das macht einen auch besser.
Die Zeiten in denen mit Philipp Walsleben ein Deutscher als kommender Mann gehandelt wurde, dürften mittlerweile wohl leider erstmal vorbei sein. Nachdem er zu U23 Zeiten die Konkurrenz noch beliebig dominierte und auch in der Saison 2010/11 mit der Heim-WM in Sankt Wendel bewies das er auch in der Elite-Klasse vorne mitfahren kann, ging es danach leider erstmal wieder bergab. Nachdem er letztes Jahr von einem Virus heimgesucht wurde, war er die gesamte Saison, mit Ausnahme des WM Rennens in Koksijde, nur ein Schatten seiner selbst. Ich persönlich gebe Walsleben zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf, aber es muss jetzt bald mal wieder was kommen. Er ist immer noch jung und kann sicherlich noch einige gute Jahre haben und es wäre doch eine genugtung einen deutschen mit in der Spitze zu sehen. Oder etwa nicht?


Alles neu bei der Bpost Bank Trofee


Hätte Kevin Pauwels letzte Saison auch die Bpost Bank Trofee gewonnen?

Am Sonntag startet in Ronse der erste Lauf der Bpost Bank Trofee, in den letzten 25 Jahren war diese Rennserie unter dem Namen GvA-Trofee bekannt dieser zog sich nun zur neuen Saison als Hauptsponsor zurück. Die Namensänderung ist allerdings nur ein Teil von vielen Neuerungen im Rahmen der Rennserie. So wird in dieser Saison zum ersten mal überhaupt im Cross ein Klassement nach Zeit und nicht nach Punkten ausgefahren. Das System ist im Prinzip genauso aufgebaut wie die Gesamtwertung bei einer Rundfahrt auf der Straße. Einziger Unterschied ist das ein Fahrer pro Rennen nicht mehr als fünf Minuten verlieren kann, heißt defacto sollte er mehr als fünf Minuten auf den Sieger verlieren, das Rennen aufgeben oder gar nicht erst starten verliert er in den Gesamtwertung automatisch fünf Minuten. Dazu gibt es noch beim Zieleinlauf und bei einem Zwischensprint nach eineinhalb Runden für die ersten drei Fahrer jeweils 15, 10 und 5 Sekunden Zeitgutschrift zu gewinnen.
Letzte Saison gewann der Belgier Kevin Pauwels souverän die Gesamtwertung damals noch mit 10 Punkten Vorsprung vor Zdenek Stybar. Ich habe mir jetzt einfach mal die Mühe gemacht und die Resultate der letzten Saison umgerechnet und daraus ein Klassment auf Zeit gemacht. Folgendes ist dabei herausgekommen.


Es verändert sich wenig bis überhaupt nichts, die ersten sechs Platze der Gesamtwertung bleiben unverändert. Bart Wellens würde als einziger aus den Top 10 rausfallen, er gewann zwar den Lauf in Essen hatte aber auch eine Aufgabe in Ronse und zwei Nicht-Starts zum Abschluss der Saison in Lille und Oostmalle.
Was allerdings auffällt sind die relativ großen Zeitabstände, so hätte Pauwels in der letzten Saison die Gesamtwertung mit genau drei Minuten Vorsprung gewonnen. Das klingt nach wenig Spannung, die Zeitabstände werden sich aber mit Sicherheit in dieser Saison verkürzen. Während in den letzten Jahren es nicht so wichtig war auch in der letzten Runde noch Vollgas zu fahren, wenn man zum Beispiel sicher auf dem dritten Platz lag. Die Punkte waren einem sicher, nun muss man bis zur Ziellinie kämpfen um den Zeitabstand zu gering wie möglich zuhalten. Dieser Aspekt könnte für komplett neue Verhältnisse im Finale eines Rennens sorgen, die man bisher noch nicht im Cross gesehen hat.
Der Rennkalender der Serie bleibt unverändert nach dem Start in Ronse am Sonntag, gehts am ersten November am Koppenberg weiter, gefolgt vom Rennen in Hasselt. Im Dezember stehen Essen und Loenhout auf dem Programm bevor es am Neujahrstag in Baal weiter geht. Lille und Oostmalle schließen die Serie dann im Februar ab. Guckt man sich die Rennen und die Ergebnisse der letzten Jahre mal an, fällt auf das es die größten Zeitabstände auch immer bei den schweren Rennen gab. Vor allem der Koppenbergcross sticht da hervor. In der letzten Saison waren es auch noch Essen und Baal wo es dank schlechtem Wetter zu Schlammschlachten kam. Diese Arten von Rennen sind für größere Zeitabstände so oder so besser geeignet als Kurse wie in Lille oder Hasselt wo es immer wieder zu Sprints mit allen Favoriten kam. So könnte es doch sein das Fahrer wie Sven Nys von dem neuen System profitieren könnten. Aufjedenfall ist das Konzept mit der Gesamtwertung auf Zeit eines mit Zukunft, welches mit Sicherheit nicht so schnell abdanken wird.


Die Kolumnen aus der letzten Saison gibt es HIER zum nachlesen!

 
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