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Interviews


14.9.2017: Philipp Walsleben nach dem Rennen in Eeklo über Absage der USA-Weltcups, Alternativprogramm in Europa und Pläne für die neue Saison


11.9.2017: Der Deutsche Meister Marcel Meisen nach dem Rennen in Eeklo über den Weltcupauftakt in den USA und die Pläne für die neue Saison


17.1.2017: Paul Voss über seine Rückkehr zum Cyclocross und die aktuelle Situation des deutschen Crosssports


Paul Voss im Jahr 2009 beim Radcross am Bornheimer Hang in Frankfurt

Veldrijden.de.tl: Nachdem dein Vertrag bei Bora nicht verlängert wurde und die Suche nach einem neuen Team erfolglos blieb, hast du letzte Woche angekündigt deine Profikarriere auf der Straße zu beenden. Gleichzeitig verkündest du aber auch ein Cross-Comeback für den Winter 2017-2018. Wie kommt es zu dieser Entscheidung?
Voss: Ich hatte die letzten Jahren schon immer darüber nachgedacht, wieder mit dem Cross anzufangen. Nur leider funktioniert das nicht wirklich mit der Straße auf dem Niveau. Um Weihnachten herum, habe ich mich dann entschlossen, es noch einmal zu machen.

Veldrijden.de.tl: Ist dein Plan eher die nationalen Rennen zu bestreiten oder planst du eine internationale Saison mit Weltcuprennen und dem ein oder anderen Rennen in Belgien?
Voss: 
Ein Mix aus beiden. Der Plan ist Deutschland-Cup, EKZ Cross Tour, Weltcup und etwas später in der Saison auch Rennen in Belgien.

Veldrijden.de.tl: In deinen ersten Jahren als Vollzeitprofi auf der Straße als du beim Team Milram unter Vertrag standest, hattest du im Winter noch einige Weltcuprennen als Vorbereitung auf die neue Saison bestritten. War dies in den letzten Jahren bei Bora nicht mehr möglich?
Voss:
Wenn man versucht jedes Jahr zur Tour de France zu kommen, dann ist es schwer nebenbei noch etwas anderes zu machen. Das Level ist einfach zu hoch um es halbherzig zu tun.

Veldrijden.de.tl: Dein letztes Crossrennen hast du im Dezember 2010 bestritten, das ist schon eine ganze Zeit her. Fahrern wie Lars Boom und Zdenek Stybar scheint vor allem die technische Finesse ein wenig abhanden gekommen zu sein. Was denkst du wie lange zu brauchen wirst, um deinen Fahrstil wieder auf das Gelände anzupassen?
Voss:
Ich denke, dass es eine Saison dauern wird. Aber dadurch, dass ich mich ja wirklich darauf konzentrieren kann, denke ich, dass es auch schon früher möglich ist.

Veldrijden.de.tl: Wie beurteilst du die aktuelle Situation im deutschen Crosssport. Zu deiner U23-Zeit wart ihr fast schon die Goldene Generation des Deutschen Radcross. Neben dir fuhren Philipp Walsleben, Christoph Pfingsten und auch Fahrer wie Finn Heitmann oder Thorsten Struch regelmäßig Topergebnisse bei internationalen Rennen ein. Später kamen noch Marcel Meisen, Sascha Weber und Ole Quast dazu. Walsleben, Weber und Meisen sind heute die einzigen, die noch im Gelände aktiv sind. Warum funktioniert dies in Deutschland heute nicht mehr so wie noch vor 10 Jahren? Bei der Deutschen U23 Meisterschaft letzte Woche standen nur 16 Fahrer am Start. Wie kann so was sein?
Voss:
Der Unterschied zu meiner Generation ist, dass wir immer mal wieder mit dem BDR Lehrgänge hatten und auch aktiv in den Straßenkader integriert wurden. Die meisten von uns wurden auch gut von ihren Straßenteams unterstützt und wir sind ein komplettes Straßenprogramm gefahren. Zudem sind wir auch regelmäßiger zu den großen Rennen in Belgien gefahren. Des Weiteren gibt es seitens der meisten Landesverbände auch keine Unterstützung für den Crosssport. Da es keine Olympische Sportart ist, wird es nicht vom Bund gefördert, somit sind die Ergebnisse gerade im Nachwuchsbereich uninteressant für die LV.
Ich beobachte es schon seit längerem und es macht mich traurig, dass da nicht mehr so richtig was nachkommt. Man muss auch sagen, dass das Niveau beim Deutschland-Cup auch nicht hoch genug ist. Es gibt zwar einen Wettbewerb, aber man gibt sich mit einem guten Abschneiden beim D-Cup zufrieden, anstelle nach etwas höherem zu Streben. Es gibt in Prinzip zwei Teams, die alles unter sich ausmachen, da kann es keinen Wettbewerb geben. Den Nachwuchsfahrern muss eine Perspektive geboten werden. Wir brauchen eine deutsche Mannschaft zu der man aufblicken kann und die professionelle Strukturen bietet. Das ist ja auch allgemein das Problem des Crosssports, dass sich alles mehr oder weniger auf eine Nation konzentriert. Des weiteren sollten die Crossfahrer mit in den BDR Kader integriert werden und somit auch dieselben Möglichkeiten haben, wie die Straßen/Bahn Fahrer.
Ich würde all dies gerne bieten, aber dafür brauche ich starke Sponsoren an meiner Seite. Mein Ziel wäre es, die deutschen Topfahrer wie Philipp, Sascha und Marcel in einem Team zu haben. Diese dann auch hin und wieder zu den D-Cup Rennen zu schicken, um da einfach auch noch ein höheres Niveau reinzubringen.
Im Nachwuchs würde ich mir wünschen, wenn wir als Deutsche - egal welches Team - zusammen zu den internationalen Rennen anreisen und man sich gegenseitig unterstützt. Es ist ja oft eine finanzielle Frage und im Kollektiv könnte man die Rennen besser bestreiten.

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Paul Voss Cyclocross Palmarès



2003 - 2004
3. Platz Junioren Weltcup Sankt Wendel
8. Platz Junioren Weltcup Koksijde

2004 - 2005
2. Platz U23 Deutsche Meisterschaft Kleinmachnow

2005 - 2006
5. Platz Elite Frankfurter Radcross am Bornheimer Hang
8. Platz U23 Europameisterschaft Pontchâteau
10. Platz U23 Weltmeisterschaft Zeddam

2006 - 2007
9. Platz U23 Weltcup Treviso

2007 - 2008
2. Platz U23 Azencross Loenhout
2. Platz U23 Superprestige Diegem
3. Platz U23 Weltcup Mailand
3. Platz U23 Weltcup Hofstade
3. Platz U23 Weltcup Liévin
4. Platz U23 Weltcup Gesamtendstand
6. Platz Elite Druivenveldrit Overijse
9. Platz U23 Weltmeisterschaft Treviso

2008 - 2009
2. Platz Elite Deutsche Meisterschaft Strullendorf
2. Platz Elite Frankfurter Radcross am Bornheimer Hang

2009 - 2010

3. Platz Elite Deutsche Meisterschaft Magstadt


3.10.2016
:
Philipp Walsleben über seinen Saisonstart, Weltcup in den USA und Ziele für die Saison


16.9.2015: Der Deutsche Meister Marcel Meisen über das Rennen in Baden, den Teamwechsel im Sommer, die Abwesenheit in Las Vegas und die anstehende Saison


14.9.2015: Philipp Walsleben über das Rennen in Baden, den Weltcup-Auftakt in Las Vegas und seine Saisonziele


31.1.2014: Die deutschen Elite-Fahrer Philipp Walsleben, Marcel Meisen, Sascha Weber und Michael Schweizer äußern sich über die Weltmeisterschaft in Hoogerheide


Philipp Walsleben gehört in Hoogerheide mit zu den Favoriten


Veldrijden.de.tl: Am Sonntag steht in Hoogerheide mit der Weltmeisterschaft der Saisonhöhepunkt für euch an, mit welchen Erwartungen seid ihr in die Niederlande gereist?
Walsleben: Mein Ziel ist in diesem Jahr das Podium. Ich erwarte das es hart wird, es ist in jedem Fall ein großes Ereignis welches man auch ein bisschen genießen kann.
Meisen: Letztes Jahr wurde ich in Louisville 16., in Hoogerheide möchte ich dieses Ergebnis gerne verbessern.
Weber: Ich bin
mit einem guten Gefühl zur WM gereist ohne jeglichen Druck. Im letztes Jahr bin ich bei der WM nicht gestartet. Sollte es gut laufen dann ist ein Platz von 15-20 drin.
Schweizer:
Ein schöner Saisonabschluss wäre schön. 2014 war mit der DM und dem letzten Weltcup in Nommay noch nicht mein Jahr. Am Sonntag eine Platzierung Mitte 30 zu erreichen, wäre sicherlich ganz okay für mein erstes echtes Männerjahr. Ich freue mich auch auf die sicherlich fantaschtische Atmosphäre während des Rennens.

Veldrijden.de.tl: Philipp, in den letzten Jahren war die WM jeweils dein bestes Saisonrennen, du standest aber immer nur mit Außenseiterchancen am Start. Dieses mal gilst du als ernsthafter Medaillen-Kandidat. Verspürst du aufgrund dessen mehr Druck als in den Jahren zuvor?
Walsleben: Ein bisschen mehr Druck verspüre ich schon. In den letzten Jahren war diese Situation durchaus sehr komfortabel. Inzwischen kann ich aber ganz gut mit dem Druck umgehen, hoffe also das ich damit keine Probleme habe.

Veldrijden.de.tl: Marcel, wirst du beim WM-Rennen versuchen deine eigene Chance zu nutzen oder ist der Plan das du dich in den Dienst von Philipp stellst?
Meisen: Natürlich fahre ich in erster Linie für mich. Aber wenn es die Möglichkeit gibt zusammen mit Philipp taktisch zu fahren oder uns zu helfen werden wir das sicher tun.

Veldrijden.de.tl: Wie werden die letzten Tage vor der WM für euch aussehen? Wird es anders ablaufen als vor einem "normalen" Rennen?
Walsleben: Eigentlich nicht so viel anders als bei anderen Rennen. Gestern und Vorgestern Belastung, heute mehr oder weniger einen Ruhetag und morgen dann eine Vorbelastung für das Rennen am Sonntag.
Meisen: Ich werde versuchen möglichst alles ähnlich zu machen wie vor anderen Rennen auch. Etwas besonderes wird nicht mehr gemacht.
Weber: Es wird sich nicht wirklich was ändern wir fahren so viele Rennen und haben unsere Abläufe und Routine.
Schweizer: Wir sind bereits gestern mit dem Nationalteam anreist. Das ist wahrscheinlich der größte Unterschied zu einem "normalen" Rennen, bei dem entweder am Renntag oder ein Tag zuvor angereist wird. Ansonsten wird natürlich der Sonntag voll fokussiert und man probiert bestmöglichst vorbereitet am Start zu stehen. Dazu zählen eine gute Streckenbesichtigung, Regeneration und Konzentration auf das Wesentliche.

Veldrijden.de.tl: Michael, du bist der einzige deutsche WM Starter im Elite Rennen der in dieser Saison hauptsächlich im Deutschland Cup unterwegs war. Warum bevorzugst du diesen Weg zur WM und meidest größtenteils die großen Rennen in Belgien?
Schweizer: Das hat private Hintergründe: seit Juli bin ich bei der Polizei Baden-Württemberg und habe dort eine 41 Stunden Woche. Das Problem ist, dass die Zeit fehlt, am Freitag oder Samstag nach Belgien zu fahren und am Sonntag Abend wieder zurück. Ich war bei einigen C1/C2 Rennen in der Schweiz und bin dort auch auf schwere Gegner getroffen. Die schweizer Rennen sind sehr nah für mich und lassen mir so noch Zeit zum "durchschnaufen" am Wochenende. Außerdem bin ich der Meinung, man sollte auch den Crosssport national repräsentieren, wenn es von den jeweiligen Teaminteressen möglich ist. Und bei uns im Stevens Team wird das sogar erwünscht.

Veldrijden.de.tl: Sascha, in den letzten Wochen bist du vor allem immer durch deinen schnellen Start aufgefallen, wird sich in Hoogerheide an deiner Taktik etwas verändern oder wirst du wieder versuchen dich nach einem schnellen Start vorne fest zu beissen?
Weber:
Stimmt vor allem letztes Wochenende in Nommay hatte ich einen ziemlich perfekten Start ich kam einfach gut durch. In Frankreich habe ich eventuell durch diese Aktion etwas zu viel Körner verschossen, trotzdem werde ich in Hoogerheide versuchen die erste Runde gut mit zu rollen und dann etwa wie in Rom mein eigenes Rennen fahren und hoffe meine schnellen Beine zu finden
.

Veldrijden.de.tl: Philipp, du hast eine sehr starke Saison hinter dir, zeitweise kam es aber so rüber das du bei einigen Rennen für Niels Albert arbeiten musstest obwohl du den stärkeren Eindruck im Rennverlauf hinterlassen hast. Gehen wir mal davon aus dass Niels bei der WM nach zwei Runden alleine an der Spitze fährt, würdest du versuchen die Lücke zu schließen oder hätte der Erfolg des BKCP-Powerplus Teams Vorrang?
Walsleben: Schwierige Frage natürlich. Wenn ich gute Beine habe würde ich aber versuchen selber die Lücke zu dichten. Ich fahre vor allem für den eigenen Erfolg.

Veldrijden.de.tl: Außerdem hast du sehr gute Erinnerungen an Hoogerheide immerhin wurdest du hier 2009 U23 Weltmeister. Der Parcours wurde zwar ein wenig verändert aber die wichtigsten Passagen bleiben die selben. Kommt dir der Rundkurs hier entgegen?
Walsleben: Richtig, der Charakter der Strecke ist noch ungefähr derselbe. Ich denke also das mir die Strecke ein wenig liegt. Solange es nicht friert oder zwei Tage lang regnet bin ich mit der Strecke zufrieden. Fahrbarer Schlamm liegt mir.

Wir bedanken und bei der Nationalmannschaft für das Interview und wünschen viel Erfolg in Hoogerheide.


29.12.2012: Christian Helmig kommentiert seinen Sieg beim C2-Cross in Differdange


Christian Helmig hier beim City Cross in Lorsch


Der Sieg in Differdange kam sehr unerwartet. Zwar wusste ich, dass die Form im Moment gut ist aber gegen die starke Konkurrenz aus dem Ausland hatte ich einen Platz unter den ersten 5 angepeilt, solange alles nach Plan laeuft. Ich hatte dann auch keinen allzu guten Start und bin um Platz 10-15 in den ersten Trail gegangen, konnte mich aber gluecklicherweise recht schnell nach vorne arbeiten. Am Ende der Ersten Runde hatte ich dann Gusty Bausch ein- und ueberholt und war damit bis auf Platz 2 hinter Sascha Weber vorgefahren. Sascha ist dann auch weiterhin mit 15 Sekunden Vorsprung die naechste Runde noch vor mir gefahren aber eingangs der 3. Runde wurde er dann ploetzlich langsamer und ich konnte zu ihm aufschliessen. In der Laufpassage konnte ich dann sogar an ihm vorbeigehen, ihn aber nicht abschuetteln. So gingen wir gemeinsam in die Abfahrt Richtung Ziel, die recht tricky war, viele Wurzeln und recht rutschig. In der letzten Kurve ist Sascha dann hinter mir gestuertz, ich konnte es zwar nicht sehen aber gehoert habe ich es. Dabei hat er sich wohl am Knie verletzt und konnte daraufhin nicht mehr voll in die Pedale treten. Ich bin dann mein Tempo weitergefahren und konnte die Verfolger erst auf 10, dann auf 15 Sekunden in den naechsten 2 Runden halten. Eigentlich hatte ich erwartet, dass es in den letzten 2 Runden nochmal richtig eng werden wuerde und die Belgier nochmal zu mir aufschliessen oder den Rueckstand zumindest reduzieren wuerden aber dies war nicht der Fall und ich konnte recht kontrolliert das Rennen zu Ende fahren.
Mit dem Sieg bin ich natuerlich super zufrieden, insbesondere, da dies auch gleichzeitig die Qualifikation fuer die WM in Louisville bedeuten sollte. Nun konzentriere ich mich aber erstmal auf die Nationalen Meisterschaften in 2 Wochen und hoffe, dass ich da wieder einen so guten Tag wie in Differdange erwische.


2.2.2012: Lewis Rattray der erste WM Starter aus Australien über seine Erfahrungen bei internationalen Rennen in Belgien


Lewis Rattray beim Weltcuprennen in Zolder 2011

Veldrijden.de.tl: Sie sind der erste Australier welcher in dieser Saison einige Crossrennen in Belgien gefahren ist. Wie kam es dazu, ich meine Australien ist nicht gerade ein typisches Land für Radcross?
Rattray: Querfeldein erfreut sich in den letzten Jahren größerer beliebtheit in Australien. Im Jahr 2010 wurde zum ersten mal eine Rennserie in Melbourne ausgetragen, die ich auch gewinnen konnte. 2011 bekam diese Serie noch mehr Zuspruch, sowohl von Fahrern als auch von Fans, diesmal konnte ich drei von vier Rennen gewinnen. Aufgrund dieser Erfolge wollte ich ein auch Rennen im großen Europa fahren und da ein guter Freund von mir in Belgien lebt, bot er mir an das ich während des Aufenthalts bei im wohnen könnte. Ich sprach das ganze auch noch mit dem nationalen Radsportverband ab und auch dieser gab mir grünens Licht und so konnte ich am zweiten Weihnachtstag in Zolder direkt mit am Start stehen.

Veldrijden.de.tl: Sie sprechen es selber an, gleich zu Beginn das Weltcuprennen in Zolder. Waren sie nervös vor dem Start?
Rattray: Vor dem Start war ich sehr nervös, vor allen Dingen während sich die Fahrer auf der Start und Zielgerade kurz vor dem Startschuss noch eingefahren haben, ich war in einem wirklichen Schockzustand. Ich fuhr hinter Fahrern wie Lars Boom oder Sven Nys, das war fantastisch. Als das Rennen aber erstmal im Gange war legte sich die Nervosität zum Glück wieder.

Veldrijden.de.tl: Das größte Hightlight der Saison war aber sicherlich der Start bei den Weltmeisterschaften in Koksijde letztes Wochenende. Können Sie beschreiben wie es sich anfühlt vor über 60.000 Zuschauern ein Rennen zu fahren?
Rattray: Vor über 60.000 Zuschauern zu fahren war eine unglaubliche Erfahrung. Es war für mich surreal, über die ganze Strecke die Zuschauern brüllen zu hören, ich konnte es nicht glauben. Nachdem Rennen war ich eher mehr geistig als körperlich erschöpft.

Veldrijden.de.tl: Die belgischen Fans sind sehr enthusiastisch was Radcross betrifft, hatten Sie das Gefühl das sie bei Ihnen akzeptiert waren?
Rattray: Die meisten respektierten mich dafür das ich die lange Reise von Australien bis nach Belgien auf mich genommen habe, ein paar sagten auch das sie sich darüber freuen würde das ich hier Rennen fahren würde. Von Beleidigungen bekam ich nichts mit, aber ich verstehe die Sprache hier nicht, so könnte es doch ab und an mal den ein oder anderen blöden Kommentar gegeben haben. Aber überwiegend waren alle sehr freundlich zu mir, die Fahrer, die Fans und auch die Tranier.

Veldrijden.de.tl: Hatten Sie Kontakt mit den großen Fahern wie Sven Nys oder Niels Albert während ihrer Zeit in Belgien?
Rattray: Ich bin ihnen eigentlich aus dem Weg gegangen. Bei einem Rennen wurde ich von Niels Albert überrundet und bin eine halbe Runde an seinem Hinterrad gefahren, aber ich glaube das Publikum respektierte dies mehr als er selber. Ich möchte mich aber bei Yannick Mayer bedanken, er gab mir Tipps wie ich am besten durch den Sand und Matsch fahre. Netter Typ!

Veldrijden.de.tl: Ich denke ihre Crosssaison ist jetzt vorbei? Was sind deine Pläne für die Zukunft? Wirst du nächste Saison auch wieder Crossrennen fahren?
Rattray: Eventuell fahre ich noch ein Rennen bevor ich wieder zurück nach Australien gehe, aber im Prinzip ist die Saison gelaufen. Wenn ich wieder in Australien bin werde ich überwiegend Mountainbikerennen fahren danach werde ich eine kleine Pause machen weil unsere Crosssaison hier schon im Juli anfängt. Am Ende des Jahres werde ich dann entscheiden ob ich noch mehr internationale Crossrennen fahren werde, aktuell plane ich in Japan oder Amerika zu starten.

Wir bedanken und bei Lewis für das Interview, aktuelle Infos über ihn findet ihr in seinem Webblog.


13.1.2012: Weltmeister Zdenek Stybar über die WM in Koksijde und seine Zukunft im Cyclocross

Am Rande der Teampräsentation des "Omega Pharma Quick Step" Teams stand uns der aktuelle Weltmeister Zdenek Stybar freundlicherweise für ein paar Fragen zur Verfügung.

Veldrijden.de.tl: In gut zwei Wochen findet in Koksijde die Weltmeisterschaft statt. Was halten sie von dem Parcours, sie kennen ihn ja relativ gut?
Stybar: Der Rundkurs in Koksijde ist für mich der schwerste Kurs im ganzen Kalender. Ich freue mich hier meinen Titel verteidigen zu dürfen.

Veldrijden.de.tl: Sie haben es schon selbst erwähnt, Sie können zum dritten mal in Folge Weltmeister werden. Was denken Sie selber wie Ihre Chancen stehen?
Stybar: Die Chance ist auf jedenfall vorhanden das ich wieder gewinnen kann, aber es wird sehr viel härter als in den letzten zwei Jahren werden. Ich denke in Koksijde werden maximal fünf Fahrer die Chance auf den Sieg haben. Mein minimal Ziel ist das Podium.

Veldrijden.de.tl: Kommt der Parcours eher Ihnen entgegen oder doch mehr einem Sven Nys oder einem Niels Albert?
Stybar: Albert ist für mich aktuell der Topfavorit. Nys kommt der Parcours mit den vielen Sandpassagen auch sehr entgegen. Ich selber komme im Sand normalerweise auch gut zurecht.

Veldrijden.de.tl: Werden sie nach der WM Ihre Crosssaison beenden oder werden sie trotz der Straßensaison bis zum Renntag in Oostmalle fahren?
Stybar: Das habe ich bis jetzt noch nicht entschieden. Ich werde es aber noch vor dem WM zusammen mit meinem Betreuer Wilfried Peeters besprechen, aber aktuell ist dies bezüglich noch nichts entschieden. Ich möchte aber auf jedenfall bei den Frühjahrsklassikern auf der Straße am Start stehen.

Veldrijden.de.tl: Und wenn wir jetzt schonmal auf die Crosssaison 2012/13 blicken, werden wir Sie weiterhin eine komplette Saison im Gelände sehen?
Stybar: Nein, ab der nächsten Saison werde ich ein ähnliches Programm wie Lars Boom einschlagen und weniger Rennen bestreiten. Ich werde die Weltmeisterschaft aber nicht wie es Lars Boom tut auslassen sondern meine Form auf dieses Rennen hin aufbauen.


10.11.2009: Johannes Sickmüller über seinen erfolgreichen Saisoneinstieg, Cyclocross in Deutschland uvm.

Veldrijden.de.tl: Die Saison ist nicht mal zwei Monate alt und Sie haben schon zwei Internationale Rennen gewonnen. Können Sie sich daran erinnern das Sie jemals so gut in eine Saison gestartet sind?
Sickmüller: Nein, das ist mir zu dieser Jahreszeit noch nicht gelungen. Zumindest noch nicht im Cross bei der Elite.

Veldrijden.de.tl: Was haben Sie anders gemacht als in den letzten Jahren?
Sickmüller: Ich habe die Vorbereitung dieses Jahr in Hamburg verbracht und auf ein Trainingslager wie die letzten Jahre verzichtet. Hier habe ich lange Einheiten gefahren und einige Rundstreckenrennen, mit 3 Siegen sogar recht erfolgreich.

Veldrijden.de.tl: Wie sieht Ihr weiterer Saisonverlauf aus? Die Höhepunkte werden sicherlich erst mit der Deutschen bzw. Weltmeisterschaft folgen?
Sickmüller: Ja die zwei wichtigsten Höhepunkte werden sicherlich die Deutsche Meisterschaft in Magstadt und, wenn ich mich denn qualifiziere, die Weltmeisterschaft in Tabor sein. Ansonsten stehen natürlich noch Weltcups, sowie das Traditionsrennen in Frankfurt an.

Veldrijden.de.tl:
Was steht für Sie an erster Stelle das Crossrad oder das MTB? Und wie schaffen Sie es Studium und Sport unter einen Hut zu bekommen?
Sickmüller: In den letzten Jahren auf jeden Fall das Crossrad, was aber in keinster Weise heißt das mir das MTB kein Spaß bereitet, es ist aber einfach nicht möglich beides richtig zu betreiben.
Nebenbei noch ein Studium zu absolvieren ist schon schwierig. Mit einer guten Planung und etwas mehr Zeit aber auch zu schaffen (hoffe ich natürlich).


Veldrijden.de.tl: Man sieht Sie öfters in Ländern wie Tschechien oder jetzt auch in England fahren. Wieso haben Sie diesen Schritt gewählt?
Sickmüller: Für mich ist es etwas einfacher hier Fuß zu fassen. In der Tschechei haben die Rennen inzwischen auch ein sehr hohes Niveau. Die Rennen in England haben sich eher zufällig ergeben, aber auch hier befindet sich der Crosssport auf Aufwärtstrend. In Derby waren rund 2000 Zuschauer an der Strecke.

Veldrijden.de.tl: Der Querfeldeinradsport in Deutschland ist/war in den letzten Jahren in der Krise. Glauben Sie die Leistungen von Deutschen Crosssportlern werden in den Medien zu wenig gewürdigt?
Sickmüller: Da muß ich leider zustimmen. Aber auch hier sind wir schon um einiges weiter wie noch vor einigen Jahren, daher bin ich optimistisch.

Veldrijden.de.tl: Standartfrage, wie sehen Sie den Crosssport in Deutschland heute und die Entwicklung in den nächsten Jahren?
Sickmüller: Sicherlich hat der Crosssport in den letzten Jahren ein großen Schritt nach vorne gemacht, aber hier sind wir noch lange nicht auf der Spitze des Berges, haben aber schon ein gutes Stück geschafft.

Veldrijden.de.tl: Was wünschen Sie sich für sich selber und Ihrem Sport?
Sickmüller: Ich hoffe noch einige Jahre erfolgreich sein zu können und natürlich das der Crosssport in den nächsten Jahren noch populärer wird.

Wir bedanken und bei Johannes für das Interview und wünschen ihm viel Erfolg in der laufenden Saison und für die Zukunft.

14.10.2009: U23 Weltmeister Philipp Walsleben über seinen Gesundheitszustand, seine Saisonziele uvm.


Philipp Walsleben beim Cyclocross in Heerlen 2009

Veldrijden.de.tl:
In den letzten Wochen war viel über Ihren Gesundheitszustand zu lesen. Wie geht es Ihnen heute?
Walsleben: Heut geht es mir deutlich besser als in den vergangenen zwei Monaten. Zwar habe natürlich keine Form, jedoch fühle ich mich wieder frisch und kann mich im Training belasten.

Veldrijden.de.tl: Wie ist Ihr aktueller Trainingsstand?
Walsleben: Ich trainiere nun seit ungefähr vier Wochen, jeweils mit Hochs und Tiefs dazwischen. In letzter Zeit wurden die Tiefs aber immer weniger. Nun habe ich schon drei Trainingseinheiten auf der Crossstrecke hinter mir und natürlich schon einige Stunden Grundlagentraining. Das ist selbstverständlich nicht 100 prozentig optimal, um die ersten Rennen zu fahren, aber ich bin optimistisch, dass ich das Beste daraus machen werde.

Veldrijden.de.tl: Sie werden am 18.10. beim Deutschland Cup in Lohne in die Saison starten, wann werden wir Sie wieder international sehen?
Walsleben: Genau eine Woche später am 25.10. beim zweiten Rennen der GvA-Trofee in Oudenaarde (Belgien), besser bekannt als Koppenberg-Cross.

Veldrijden.de.tl: Was haben Sie sich für die Saison vorgenommen? Glauben Sie die Ergebnisse aus der letzten Saison in diesem Jahr wiederholen zu können?
Walsleben: Da ich in diesem Jahr nicht mehr in der U23-Klasse starte, lassen sich die Ergebnisse schwierig vergleichen. Auch meine gestörte Vorbereitung macht es natürlich schwierig, eine Prognose abzugeben.
Ich möchte auf jeden Fall meinen Deutschen Meistertitel verteidigen. International hatte ich es mir als Ziel gesetzt, unter die ersten 15 der Weltrangliste zu kommen.
Insgesamt wäre es positiv, wenn ich eine gleichmäßige Saison fahren kann, mit regelmäßigen Top 15 Ergebnissen in den großen Rennen.

Veldrijden.de.tl: Sie gelten als großer Hoffnungsträger für den Deutschen Querfeldeinradsport, wie sehen Sie den Crosssport in Deutschland heute und die Entwicklung in den nächsten Jahren?
Walsleben: Den Crosssport heute sehe ich im Aufwärtstrend. Dementsprechend glaube ich an eine positive Entwicklung in den nächsten Jahren. Voraussagen zu treffen ist jedoch schwer. Im U23 Bereich gibt es auf jeden Fall talentierte Fahrer. Leider gibt es nicht ausreichend Unterstützung durch den BDR, was natürlich durch dessen finanzielle Situation bedingt ist. Somit hängt viel von den einzelnen Sportlern und ihrem Umfeld ab, was eine Voraussage ebenfalls schwierig macht.

Veldrijden.de.tl: 2011 findet in St. Wendel wieder die Weltmeisterschaft statt. Ein Ziel an das Sie bereits jetzt denken?
Walsleben: Um ehrlich zu sein beschäftige ich mich damit noch nicht sehr viel. Vor allem im Moment beschäftigt mich nur, wie ich wieder an meine vergangenen Leistungen anknüpfen kann.

Veldrijden.de.tl: Sie stehen beim belgischen Team BKCP-Powerplus unter Vertrag, im gleichen Team ist auch der Elite Weltmeister Niels Albert unter Vertrag, kann man von ihm noch was lernen und siehst du deine Wurzeln auch in den nächsten Jahren in Belgien?
Walsleben: In punkto Tagesgestaltung, Material und Fahrtechnik kann man von Niels auf jeden Fall noch etwas lernen. Sowieso sind aber Fahrer und Umfeld in unserem Team ziemlich professionell, wodurch es Spaß macht, hier zu fahren. Um die Frage einmal genau zu nehmen, sehe ich meine Wurzeln eh in Deutschland, Kleinmachnow. Hier in Belgien läuft mein Vertrag noch bis Ene 2010. Die Chance das es danach auch in Belgien weitergeht ist ziemlich groß.

Veldrijden.de.tl: Zum Schluss: Sie sind Deutscher Meister der Elite, Europameister und Weltmeister in der U23. Haben die Weltcup- und Superprestige Wertung gewonnen und auch die GvA Trofee. Mehr geht eigentlich gar nicht. Glauben Sie das sie in der Elite Klasse genauso schnell Anschluss finden wie Ihr Teamkollege Albert?
Walsleben: Nein. Dafür ist es übringens schon zu spät. Niels hatte in meinem Alter schon mehrere große Eliterennen gewonnen. An Niels heranzukommen wird für mich aber auch in den nächsten Jahren schwierig, da sein Talent das Meine deutlich übersteigt.
Das heißt natürlich nicht, dass ich nicht versuchen werde so oft und so lange wie möglich auf sein Level zu kommen.

Wir bedanken und bei Philipp für das Interview und wünschen ihm viel Erfolg in der laufenden Saison und für die Zukunft.


 
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